Auferstehungskirche Barmbek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pastor Rainer Hanno

                                                        Auferstehungskirche Barmbek

 

Ein Ort der Spiritualität mitten im Stadtteil

 

BARMBEK. Was kann Kirche den Menschen heute noch bieten? Mit dieser Frage müssen sich vor allem Großstadtkirchen wie die Auferstehungskirche in Barmbek auseinandersetzen. Im ehemaligen Arbeiterstadtteil hat Kirche nur wenig Tradition, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es hier so gut wie keine kirchliche Versorgung. „Heute sind die Kirchen zwar vorhanden, das Angebot wird aber nur dann angenommen, wenn es den Menschen etwas bieten kann, was in ihrem Leben fehlt“, weiß Pastor Rainer Hanno. Die Antwort seiner Gemeinde ist der Weg der Spiritualität, ob in der Nacht der Kirchen, mit  Selbsterfahrungsgruppen, Meditationen oder Exerzitien. „Darin sind wir gut und nicht beliebig“, sagt er selbstbewusst. Menschen mündig werden zu lassen im eigenen

Glauben, um in schweren Zeiten etwas zu haben, worauf sie zurückgreifen können, das wünscht sich der Pastor als mögliches Ergebnis seiner Arbeit. In den nächsten Wochen wird er sie allein machen müssen, denn Pastor Bernd Lohse, der seit drei Jahren mit einer halben Stelle bei der Auferstehungskirche tätig war, wechselt nun mit einer ganzen Stelle als Pilgerpastor zur Hauptkirche St. Jacobi. Hanno bedauert das sehr, die beiden sehr unterschiedlichen Pastoren haben sich gut ergänzt. Lohses Nachfolger wird mit jeweils einer halben Stelle bei der Auferstehungskirche und St. Bonifatius tätig sein. Um Menschen spirituell zu berühren, brauchen sie eine Grundlage. Religiöse Bildung gehöre dazu, findet

Hanno, denn sie schaffe die Basis für die Antworten auf viele Fragen: Was gibt mir Sicherheit? Woher nehme ich meine Widerstandskraft? „Biblische Texte können eine Stärkung in der Liebe und im Leben sein“, sagt er. Was Religiosität für ihn bedeutet?

„Nicht machen müssen, nicht bewerten, sein lassen können“, findet er – leicht und schwer zugleich.

 

Aus: „Hamburger Wochenblatt“, Nr. 40 vom 5.10.2011

 

 

 

 

Die Auferstehungsgemeinde am Tieloh setzt auf „Buntheit“

Kirche für den Stadtteil

 

BARMBEK. In der Abendsonne strahlt das goldene Kreuz auf dem Dach der Auferstehungskirche im Tieloh, als wolle es seinen Glanz auf den ganzen Stadtteil übertragen. Vieles hat die zwischen 1916 und 1920 erbaute Kirche überstanden, auch in den Hamburger Bombennächten

erhielt sie nicht einen Treffer. „Ein kleines Wunder“, findet Pastor Rainer Hanno. „Aber vielleicht liegt es daran, dass die Kirche ganz solide gebaut ist, nämlich mit Stahlbeton.“ Das sieht man dem barock anmutenden Kuppelbau nicht an. Der rote Klinker wirkt gemütlich, der üppige Pfarrgarten ist eine Oase der Ruhe im geschäftigen Barmbek. „Wir wussten gar nicht, was für ein Juwel wir hier haben“, freut sich der Pastor. 2001 wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Die Auferstehungskirche sei eine Kirche, die sich für den Stadtteil

zuständig fühle, sagt Hanno, genauso, wie sich der Stadtteil für die Kirche zuständig fühle. Als die Sanierung des maroden Turms anstand, waren die Barmbeker zu Stelle und spendeten großzügig für „ihren Turm“. Kooperationen mit Stadtteileinrichtungen sind in dieser Gemeinde selbstverständlich, bürgerschaftliches Engagement wird groß geschrieben. Mit ihrer Politik der offenen Türen erreicht die Kirche so viele Menschen; ob sie gläubig sind, spielt erst einmal keine Rolle. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu begleiten, verlässlich

für sie da zu sein, wenn sie uns brauchen. Das ist für uns selbstverständlich“, beschreibt Hanno sein Verständnis seiner Arbeit. Für ihn machen nicht die Pastoren, sondern alle Mitglieder der Gemeinde Kirche aus. „Das ist ein gut protestantisches Prinzip, das hier gelebt wird. Eine Gemeinde kann nur so gut sein wie das Engagement ihrer Mitglieder.“ In der

Auferstehungskirche klappt das gut: In Zeiten von Personalknappheit bei den Hauptamtlichen setzt man hier sehr erfolgreich auf die Mitarbeit von Ehrenamtlichen und Freiwilligen, die sich gern für ihre Kirche engagieren. Und das in allen Bereichen, ob im Kirchenvorstand, als Küster oder bei den Pfadfindern. „Die Buntheit ist der Reiz von Barmbek“, findet Hanno.

 

Aus: „Hamburger Wochenblatt“, Nr. 40 vom 5.10.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das alte Wagenrad

 

BARMBEK. Beim Erkunden der Auferstehungskirche findet man oben auf dem Weg zur großen Betonkuppel

ein altes Rad von einem Wagen, den es schon längst nicht mehr gibt.

Mit den Besuchern der Kirche stellte ich mich letztens um dieses Rad und ich lud dazu ein, zu

überlegen, was das Rad für uns als Symbol bedeuten könnte.

Sehr schnell kamen wir ins Gespräch – auch darüber, dass im eigenen Leben nicht alles rund läuft, und irgendwie

konnte sich jeder in dem Rad, das nicht mehr ganz heil ist, wiedererkennen. Wie das Christentum

den Menschen sieht, darüber waren wir jetzt ins Gespräch gekommen, einfach

nur über das Betrachten eines alten Wagenrades.

Ist der Mensch von Gott her schön und wunderbar geschaffen, so ist er doch immer

auch fehlerhaft und unvollkommen. Sünder nennt die Bibel den Menschen und meint damit, dass es gar nicht

anders geht als das wir immer Menschen sind, die nicht vollkommen sind, die sich gegenseitig brauchen und immer

darauf angewiesen sind, einander zu verzeihen und zu vergeben.

Nein, sagt die Bibel, wir können nicht alles aus uns selber schaffen, allein würden wir

vereinsamen und nie und nimmer glücklich werden.

Bitten wir im Vater unser wie es uns Jesus gelehrt hat: „Vergib uns unsere Schuld

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“, so weiß Jesus davon, dass wir uns nicht unter

Druck setzen sollen, immer alles richtig machen zu müssen. Nein, wir müssen nicht immer

perfekt sein und manchmal entsteht aus unseren Fehlern etwas Wunderbares. Ist Jesus

gescheitert, und war er in seinem Leben am Ende, so entstand gerade dadurch

etwas ganz Neues, eine neue Religion sogar. Sind wir im Christentum dazu eingeladen,

Gott zu loben mit unseren Händen, mit unseren Gedanken, mit unserer Gastfreundschaft,

so gehören unsere Fehler und unser Nichtkönnen auch dazu.

Ihr Pastor Rainer Hanno

 

Aus: „Hamburger Wochenblatt“, Nr. 41 vom 12.10.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Farbtabellen in der Kirche: Schon das grüne Parament

hat Bruder Alexander für die Auferstehungskirche gewebt.

(Foto: Leuschen)

 

 

Textiler Glanz für die Auferstehungskirche

 

BARMBEK. Pünktlich zum Advent sind sie fertig geworden: Nun kann die Auferstehungskirche am Tieloh mit neuen Paramenten – Kirchentextilien – erstrahlen. 

Die Paramente sind handgewebte Unikate, die der Benediktiner Alexander Aust von der Abtei Königsmünster in Meschede gefertigt hat. „Zur Anprobe“ war er Anfang Oktober bereits zu Gast in Barmbek, um Farben und Größen der Textilien abzusprechen.

Bruder Alexander ist Meister im Weberhandwerk; der gelernte technische Zeichner ist mit 24 Jahren ins Kloster eingetreten. „Benediktiner sind Gottsucher“, beschreibt er das Credo seines Ordens, der gar nicht weltabgewandt, sondern recht weltlich wirkt. „Es geht ja um das Leben, um den Menschen“, bekräftigt Bruder Alexander.

Da ist seine Arbeit als Weber eher eine meditative und zurückgezogene Tätigkeit. „Mir liegt das Gestalterische, das Staunen über die Farben, die Möglichkeiten. Es ist ein wunderbarer Beruf“, erzählt der 48-Jährige. Seine Arbeit ist bei vielen Kirchen und Gemeinden gefragt. „Gerade habe ich für den Speyrer Dom einen roten Ornat gewebt. Das ist so etwas wie ein Ritterschlag!“

 

Aus: „Hamburger Wochenblatt“, Nr. 49 vom 7.12.2011

Über uns

Pressearchiv

Presseartikel aus 2011

Start

Aktuell

Über uns

Service

Aktivitäten

Kontakt

Kirchenmusik

Partner/Netzwerk