Auferstehungskirche Barmbek

Service

 

Impressionen einer Trauung

 

 

Überlegungen des Brautpaares Fritsches-Baguhl zum Kircheneinzug

Variante: Gleichzeitiges, getrenntes Einziehen der Ehepartner über zwei Kirchenaufgänge

 

Gedanken der Braut

 

"Für mich persönlich stand schon lange fest, dass ich nicht nur, „weil man das halt so macht“, von meinem Vater vor den Altar geführt werden möchte. Ich wollte nicht, dass eine solche Variante des Kircheneinzugs das Bild einer martialischen Brautübergabe des Vaters an den zukünftigen Ehe-Mann entstehen lässt. Ein solches Bild finde ich unvereinbar mit meinem Verständnis von Frau-Sein… “

 

„Es war mir wichtig, für mich allein über den Kirchengang zum Altar einzuziehen, um vor Gott und den Anwesenden zu zeigen, dass ich bewusst und aus freiem Willen und von ganzem Herzen meine Schritte in die Eheschließung gehe.“

 

„ Auch hat mir die Symbolik sehr gefallen, dass sich durch unser gleichzeitiges, getrenntes Einziehen, über die zwei Kirchenaufgänge, unsere beiden (bisherigen) Lebens-Wege am Altar vor Gott zur Eheschließung zu unserem gemeinsamen Kirchenauszug bzw. Lebensweg getroffen haben.“ „Auch im Nachhinein bin ich sehr froh über unsere Variante des Kircheneinzuges. Es war für mich eine sehr intensive Erfahrung, die anderen Frauen wärmsten weiterempfehlen möchte!“

 

Gedanken des Bräutigams

 

„Bei meiner Hochzeit mit Svenja im Juni standen wir wie viele Paare vor der Frage, ob die Braut von ihrem Vater zum Altar geleitet werden sollte. Die „klassische“ Variante sieht das so vor. Fraglich, woher diese Variante kommt, wir waren auf unserer anschließenden Hochzeitsreise in den USA, und hier muss der Vater die Braut quasi zum Altar geleiten. Vielleicht ist der Brauch aus der Neuen in die Alte Welt übernommen worden.“

 

Mein Eindruck

 

„Wir haben uns entschieden, den Einzug in die Kirche getrennt zu gestalten. D.h. der Vater der Braut hat sie nicht zum Altar geleitet. Nachdem wir im Kirchenvorraum auf das Signal von Pastor Hanno gewartet haben, sind meine Frau und ich getrennt durch die beiden Eingänge der Kirche zum Altar geschritten. Was habe ich gefühlt? Unglaubliche Nervosität. Die Blicke der Hochzeitsgäste empfand ich als recht unangenehm, obwohl es sich um wirklich gute Freunde meiner Familie handelt. Das Resultat: Ich bin viel zu schnell zum Altar geschritten und habe meine Frau dadurch „abgehängt“. Die Treppen zum Altarvorraum sind wir dann aber gemeinsam hochgegangen, und ich habe ihre Hand schnell gefunden.

 

Die Nervosität und das unangenehme Gefühl beim getrennten Einschreiten führe ich vor allem auf den Fakt zurück, dass ich „alleine da durch“ musste. Der Weg zur Ehe, symbolisiert durch den Weg zum Altar, stellte sich also als recht schwierig dar. Genauso wie in der Realität, die durch diesen Gang symbolisiert wird. Und auch diesen Weg sind wir schnell, aber sicher nicht zu schnell gegangen. Insofern trifft die von uns gewählte Variante des getrennten Ganges zum Altar ohne Begleitung der Familie (Vater, Mutter, wer auch immer) den Nerv der Sache.

 

Allerdings empfinde ich das Ritual der Begleitung der Eheleute durch die Eltern als gar nicht so abstoßend. Sicher, sie haben uns in der Realität nicht zusammengeführt und müssen uns dem Ehepartner nicht „überlassen“. Aber eine Hochzeit führt doch auch Familien zusammen, insofern kann der Gang zum Altar dies auch symbolisieren.

 

Könnte ich ein zweites Mal entscheiden, so würde ich den gleichzeitigen, aber getrennten Einzug von Mann und Frau jeweils in Begleitung Ihrer Eltern wählen. Die Eltern sollten nicht bis zum Altar mitkommen, sondern sich beim Einzug ab der vordersten Reihe vor dem Altar vom Brautpaar trennen und in die erste Bankreihe setzen. So steht nur das Brautpaar vom Altar, und es entsteht nicht der Eindruck eines „Abschiedes“ von den Kindern, die zum Ehepaar werden. Trotzdem wird der Weg zweier Familien symbolisiert, der sich aufgrund einer wichtigen Entscheidung der Brautleute kreuzt. Ein schönes Bild, wie ich finde.“

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